Riesling
Gehört mit zu den drei Hauptrebsorten des Anbaugebietes Sachsen
Stand 2008: 66,89 ha = 14,96 % Ertragsrebfläche (von 447 ha)
Der Riesling (richtig: “Weißer Riesling“) ist seit 1956 in Deutschland zugelassen.

Der Riesling wurde angeblich erstmals vom röm. Schriftsteller Plinius (23-79 n. Chr.) beschrieben und von König Ludwig dem Deutschen (843-876) am Rhein angepflanzt. Den Namen Riesling kennt man seit 1430.
Heute stellt der Riesling eine der wertvollsten Sorten in Deutschland dar. Sie ist die anpassungsfähigste und die am weitesten verbreitete der noblen weißen Reben. Aus seinem Saft stammen die edelsten Weine, denen man den ersten Platz auf der Welt unter den Qualitätsweinen einräumt. Die Sorte ergibt Weine mit einer Farbe, die vom blassen Strohgelb mit einer Spur Grün über Hellgelb bis zum kräftigen, fast dunklen Goldgelb reicht. Letzteres wäre eine reiche Spätlese mit Flaschenalter. Ihr Bouquet ist fruchtig, nicht „traubig“, in die Nase springend, erfrischend und sauber wie ein Flötenton; manchmal blumig, manchmal honigartig und, wenn aus vollreifen Trauben produziert, mit einem Anflug von Muskat.
Die meisten Rieslinge sind trocken bis halbtrocken, aber aus ihnen werden auch die reichsten süßen Dessertweine der Welt erzeugt. Der Wein hat eine extreme Langlebigkeit, Prädikatsweine halten 20 bis 30 Jahre und auch länger. Besondere Beispiele sind ein 186 Jahre alter 1811er und ein sogar 421 Jahre alter Würzburger Stein, die beide nicht nur genießbar waren, sondern hervorragend gemundet haben.
Kenner bezeichnen die Säure als das Mark des Rieslings, da sie wesentlicher Bestandteil der Qualität und Träger der fruchtigen Rieslingsart ist. Kennzeichen der Rieslingsweine ist ihre feine Rasse und Eleganz und das zarte an Pfirsich erinnernde blumige Bukett. Der sehr fruchtige Wein passt ausgezeichnet zu Garnelen, Krabben, Lachs, Forelle, Schalentieren sowie zu Huhn und Schweinefleisch.
Die Sorte wird auf Grund ihrer hervorragenden Eigenschaften auch häufig für Neuzüchtungen herangezogen, zum Beispiel war sie Partner für die Rebsorten Albalonga, Arnsburger, Bacchus, Ehrenfelser, Hölder, Kerner, Mariensteiner, Müller-Thurgau, Optima, Osteiner, Rieslaner, Rieslinger, Rotberger und Scheurebe. Der Verein Pro Riesling, Trier (Mosel-Saar-Ruwer) und die Produzenten-Vereinigung Charta (Rheingau) bemühen sich um die Förderung des Rieslings. Die bedeutende deutsche Vereinigung (Charta Rheingau) mit etwa 50 Weinbau-Betrieben wurde im Jahre 1984 von Bernhard Breuer gegründet. Nach dem Vorbild der Hospices de Beaune findet seit dem Jahre 1977 jährlich im November eine dreitägige Veranstaltung "Glorreiche Rheingau-Tage" mit einer zu wohltätigen Zwecken durchgeführten Auktion (Wein-Versteigerung) deutscher Weine im Kloster Eberbach statt.
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